Fazit Kambodscha

Am 28. Mai ging es für uns von Phnom Penh zu dem Küstenort Sikanouville. Nach einer 4-sündigen Busfahrt sind wir dann auch endlich angekommen. Am Nachmittag waren wir am Strand und abends haben wir noch den Geburtstag einer anderen Mitreisenden gefeiert. Am Tag darauf hatten wir viel Freizeit und ich habe mich dafür entschieden, den Tag ganz gemütlich am Strand zu verbringen. Es war etwas wolkig und es hat auch hin und wieder geregnet, aber es war trotzdem ein super warmer und schöner Tag.

Heute (30. Mai) steht für mich die Fahrt nach Vietnam an. Dafür mussten wir um 6.30 Uhr losfahren und uns auf eine 10 stündige Busfahrt begeben. Gegen 11 sind wir an der Grenze zu Vietnam angekommen. Die Polizisten an der Grenze sahen übrigens genauso aus, wie die Vietnamnesen in dem Spiel „Café International“.

Mein Fazit über Kambodscha:
Ich bewundere die Khmer sehr, denn obwohl das Land die Hölle auf Erden durchgemacht hat, sind die Menschen super offen und freundlich. Sie freuen sich über jeden einzelnen Touristen sehr und geben sich alle Mühe, dass es einem gefällt. Kambodscha braucht die Touristen sehr! Egal wo ich war und was ich angeschaut habe, jeder hat sich bei mir bedankt, dass ich ihr Land anschaue. Zudem ist Kambodscha ein wunderschönes Land. Ich war ehrlich gesagt sehr überrascht wie doch modern es hier ist. Die Hauptstadt ist sauber, grün bepflanzt und es gibt geteerte, meist zweispurige, Straßen. Links und rechts findet man dann viele Märkte, vorallem wenn man aus der Stadt herausfährt. Die Landschaft ist recht weitläufig mit Bäumen, Palmen und Hügeln. Neben der Straße ist meist ein „roter Sand“ Standstreifen und gefahren wird auf der rechten Seite. Yeah! Übrigens, etwas verwirrend, aber bezahlt wird hier in US Dollar. Bekommt man dann aber weniger wie einen ganzen Dollar raus, bekommt man das in Riel (kambodschanische Währung) zurück, weil sie hier nicht die Münzen benützen. Bisschen nervig, aber naja. Obwohl unser Guide (übrigens eine Frau namens Olive) uns mehrmals darauf hingewiesen hat, auch ja unser Gepäck und unsere Wertsachen im Auge zu behalten (es muss anscheinend ganz extrem sein wegen dem klauen sowohl in Kambodscha als auch in Vietnam), hatte ich definitiv nicht den Eindruck, dass die Menschen wirklich agressiv an mein Geld wollen. Naja aber wie heißt es so schön: Immer Vorsicht walten lassen und das werde ich definitiv auch weiterhin befolgen.
Also ich kann euch nur sagen: Besucht Kambodscha! ( Wenn das so weitergeht mit mir, könnt ihr wahrscheinlich gleich ganz Südostasien anschauen😂🙈)

Vom schönen Schwan zu einem hässlichen Entlein

Kambodscha hat die Hölle auf Erden erlebt. Am 27. Mai haben wir die KillingFields besichtigt und ein ehemaliges Gefängnis (S-21), um die Geschichte Kambodschas zu erkunden.

Kambodscha hatte vielversprechende Anfangsjahre und das Khmer-Reich konnte über viele Jahre hinweg seine Dominanz in der Region behaupten. Ab dem 13. Jh. begann der Putz zu bröckeln und aufstrebende Nachbarstaaten drangen kontinuierlich in kambodschanisches Gebiet vor. Richtig hässlich wurde es schließlich im 20 Jh., als ein brutaler Bürgerkrieg in der Schreckensherrschaft der Roten Khmer (1975-1979) gipfelte, von der sich das Land noch immer nicht erholt hat.
Am 17.April 1975 nahmen die Roten Khmer Phnom Penh ein. Innerhalb weniger Tage wurden ALLE Einwohner Phnom Penhs und Provinzstädte zu Gewaltmärschen auf Land gezwungen, wo sie als Sklaven zwölf bis 15 Stunden täglich arbeiten mussten. Intellektuelle wurden systematisch umgebracht, wobei es oft ausreichte, eine Brille zu tragen oder eine Fremdsprache zu beherrschen. Anführer der Roten Khmer war Saloth Sar, besser bekannt als Pol Pot. Unter seiner Herrschaft wurde Kambodscha zu einem riesigen Arbeitslager für Sklaven. Zu essen gab es lediglich ein bisschen wässrigen Brei aus Reis, der allen reichen musste, um die Arbeit auf dem Feld zu überstehen. Es brachen viele Krankheiten aus und vielen fielen Malaria und Ruhr zum Opfer. Die Menschen wurden gequält, gefoltert, ihnen wurden sämtliche Knochen gebrochen, Nägel abgerissen und dann Chili drauf gerieben und und und… Ihr könnt euch vorstellen, dass sie mit allen erdenklichen Methoden gefoltert und gequält wurden.
Auf den Killingfields von Choeung Ek wurde ein Großteil der 17.000 Insassen des S21- Gefängnisses hingerichtet und zu Tode geprügelt. An die Zeit erinnert eine Gedenkstupa in der über 8000 Schädel liegen. Bei einem Spaziergang durch die Gärten kann man heute sich kaum vorstellen was passiert war, wenn nicht noch überall Knochen der getöteten Menschen liegen würden.
Die einstige Tuol-Svay-Schule würde 1975 von Pol Pots Sicherheitsdienst eingenommen und in das Sicherheitsgefängnis 21 (S-21) umgewandelt. Es war das größte Zuchthaus des Landes, in dem unzählige Menschen gefoltert wurden. Zeitweise starben hier täglich 100 Menschen. 

Die Roten Khmer wurden von den Vietnamesen gestürzt, die das fast verlassene Phnom Penh am 7. Januar 1979 befreiten. Fast die Hälfte der kambodschanischen Bevölkerung (ca. 3 Mio.) ist zum Opfer in dieser Zeit gefallen. Fast jede Familie ist davon betroffen. Dadurch sind auch nur insgesamt 8% der gesamten Bevölkerung Kambodschas heute über 50 Jahre alt.  Und nur 5 der ganzen Täter sind je im Gefängnis gelandet, wovon mittlerweile 2 gestroben sind. Da nur 12 Menschen das Toul Sleng Gefängnis überlebt haben, können wir davon ausgehen, dass 90% der Bevölkerung über 50 Jahre, Täter waren und heute auf freiem Fuß leben. Für das was sie getan haben, haben sie nie eine Strafe erhalten. Die Täter waren übrigens zwischen 12 und 16 Jahre alt. Die jüngeren konnte man noch beeinflussen, die altern wurden reihenweise abgeschlachtet.

Wir hatten das Glück die letzten zwei Überlebende zu treffen, die heute am Leben sind. Sie haben uns von ihrer Geschichte erzählt und gezeigt, was für Schäden sie davon getragen haben. Sie beide haben ihre komplette Familie verloren. Ihre zwei Gründe, warum sie jeden Tag in das Gefängnis kommen:
1. Um wenigstens ein wenig ihren Familien nahe zu sein
2. Um ihre Geschichte in die Welt zu tragen (und dafür haben sie beide extra ein Buch geschrieben)

Wusstet ihr von der Geschichte Kambodschas? Deutschlands Vergangenheit kennt jeder, und ihr größter Wunsch ist es, der Welt zu zeigen, was ihnen passiert. In der Hoffnung, dass es nie wieder passieren wird.

Irgendwie war die ganze Sache nicht leicht für mich, am Abend war ich völlig fertig. Ich habe so eine unglaubliche Hochachtung vor den beiden. Jeden Tag zu dem Ort zurückzukommen, der ihnen so viel Unheil beschert hat. Und natürlich bleibt die Frage: Warum tötet man sein eigenes Volk? 

Der Weg über die Killing Fields

Ein Massengrab von Frauen und ihren Kindern

Die Gedenkstupa….

…Mit ihren 8.000 Schädeln
Das Gefängnis S-21:

Zwischen Quad-Tour und allem möglichen anderen

In meinem letzten Beitrag über Angkor Wat ist leider meine Quad-Tour völlig untergegangen, obwohl die definitiv auch ein Highlight war ( aber neben Angkor Wat verblasst einfach alles🙈). Wir sind durch Felder und kleine Dörfer gefahren. Es hat richtig viel Spaß gemacht, vorallem weil es meine erste Quad-Tour war. Und ich habe den Eindruck von Kambodscha bekommen, den ich auch in den vielen Busstunden davor bekommen habe: Weite Felder mit Palmen und Bäumen, rechts mal ein Tempel mitten in der Papa und mal links, und die Häuser auf dem Dorf waren richtig kleine süße rote Hütten. Die Pfade sahen wie roter Sand aus. Leider hat es zwischendurch etwas geregnet, was aber unseren Spaß in keiner weise geändert hat.

Am nächsten Tag ging es dann für uns auch schon weiter zu der kambodschanischen Hauptstadt Phnom Phen. Nach einer langen Busfahrt sind wir gegen 18 Uhr angekommen. Dann sind wir auch nur noch etwas essen gegangen und sehr müde ins Bett gefallen. 

Das gab es zum Mittagessen in Angkor Wat übrigens: Leckeres Kokuscurry:) 

Das war unser Stop für das Mittagessen auf dem Weg nach Phnom Phen. Wunderschön😍, wenn es nur nicht so wolkig gewesen wäre😆. 

Verkehrsmittel Nummer 1: Tuktuk

Was ich auch komplett vergessen habe zu erzählen: Am unserem ersten Abend in Siem Reap waren wir bei New Hope Kambodscha essen. Das ist ein von G Adventures unterstütztes Projekt, das armen Menschen, die in Armut leben, und vorallem sexuell missbrauchten Menschen unter die Arme greift und ihnen durch Schulbildung, Beruf etc. Eine Zukunft ermöglicht. 

Angkor What?

Im folgenden seht ihr Bilder von Angkor Wat, 

Ich glaube, es war das beeindruckendste was ich je in meinem Leben gesehen habe. Ich werde nie beschreiben können, was ich gefühlt habe, als ich da war! Die Bezeichnung „achtes Weltwunder“ist definitiv verdient. 

Am nächsten Tag ging es dann um 6.30 Uhr mit einem Luxusbus (für mich ist zwar nach Nepal ALLES Luxus hier, aber selbst für Deutschland wäre das Luxus) nach Kambodscha los. Kurzer heißer Zwischenstopp an der Grenze und schon konnten wir wieder in den klimatisierten (aber leider nicht so luxeriösen, aber für Nepal immer noch Luxus😂) Bus sitzen und zu unserem heutigen Ziel, Siem Reap, fahren. Am Grenzübergang war ich sehr froh, dass ich nur unserer Gruppenleiterin folgen musste, und nicht mein Hirn einschalten musste:) Zum einen war es sehr heiß, und zum anderen ging es um mich herum sehr hektisch zu und ich glaube, wenn ich allein reisen würde, würde ich mein Visum schon vorher beantragen. Abends sind wir totmüde ins Bett gefallen, denn am nächsten Tag stand der Besuch von Angkor Wat an. Um 4.45 Uhr ging es los, um den Sonnenaufgang vor Angkor Wat(den wir wegen den Wolken leider nicht gesehen haben) anzuschauen. Danach haben wir Angkor Wat angeschaut, sind weder zurück in das Hotel zum Frühstücken gefahren, und waren um 9 Uhr schon wieder zurück. Diesmal haben wir Ta Prohm (bekannt aus Tom Raider) und Angkor Thom angeschaut. Gegen Abend haben wir dann noch eine Quad Tour durch die Felder und Dörfer Siem Reaps gemacht und waren ein wenig aus.

Zu Angkor Wat:
Der Anblick von Angkor Wat, dem ultimativen Ausdruck der Genialität der Khmer, ist überwältigend und nur mit so erlesenen Stätten wie Machu Picchu vergleichbar. Angkor gilt als Himmel auf Erden, symbolisiert den Berg Meru und ist die perfekte Verbindung aus kreativem Ehrgeiz und spiritueller Hingabe. Angkor Wat, gebaut unter Suryavarman 2 (reg. 1113-1152), ist das größte religiöse Bauwerk der Welt.
Zu Angkor Thom:
In Angkor Thom summieren sich die einzelnen Teile zu einem größeren Ganzen. Im Herzen von Angkor Thom liegt der Bayon. Dieser faszinierende, fast hypnotische Haupttempel des legendären kambodschanischen Königs Jayavarman 7 spiegelt dessen kratives Genie und aufgeblasenes Ego wider. Seine 54 gotischen Türme schmücken insgesamt 216 riesige, kalt lächelnde Gesichert von Aval okiteshvara.
Zu Ta Prohm:
Der im 12. Jahrhundert erbaute Tempel erinnert an die eindrucksvolle Kraft und Fruchtbarkeit des Dschungels. Die zerfallenen Türme und Wände der von Schatten durchzogenen Anlage sind fest von mächtigen, jahrhundertealten Bäumen umschlungen und die Flachreliefs auf den berstenden Mauern von Moos und Kletterpflanzen überzogen. Büsche wachsen auf den monumentalen Vordächern und viele der Gänge sind nicht passierbar. Ta Prohm diente als Kulisse für Tomb Raider (mit Angelina Jolie) sowie zwei Brüder.
Auch wenn ich jetzt nur die drei Stars aufgezählt habe, gibt es noch Dutzend weitere Bauten , die in jeder anderen Region selbst die Hauptattraktion wären.

Auch wenn meine Bilder und meine Beschreibung nicht im Ansatz zeigen, wie schön es wirklich ist und wie ich mich gefühlt habe, ist es immerhin ein Anfang euch zu zeigen, dass es etwas ist, was ihr in euren Leben mal gesehen haben solltet.

Bye, bye…💔

Der Abschied von unseren Kinder viel mir sehr schwer. Ich glaube nicht, dass ich je Worte finden werde, die auch nur annährend das beschreiben könnten, was ich gefühlt habe. Doch lange Zeit blieb mir nicht, um damit wirklich richtig klar zu kommen, denn mein nächstes Abenteuer wartete auf mich: Südostasien. Am Montag 22.Mai ging es für mich mit dem Flugzeug (Thai Airways -> kann ich sehr empfehlen) von Kathmandu nach Bangkok. Dort angekommen kurz in den Skytrain und die Metro gestiegen und schon bin ich totmüde in mein Bett (Bangkok Centre Hotel) gefallen. Am nächsten Tag ging es für mich nach einem entspannten Frühstück zum Wat Traimit! Ein eindrucksvoller Tempel mit einem rießigen Buddha hat man nicht alle Tage vor der Haustür. Von dort ging es für mich durch Chinatown zum Golden Mount and Wat Saket. Diesen Tipp habe ich von Mattis erhalten, worum ich sehr dankbar war. Denn ohne ihn wäre ich da sicherlich nicht hingegangen. Der Tempel ist auf einem kleinen „Berg“ gelegen, wovon man eine schöne Aussicht auf Bangkok und seine vielen Tempel hat. Wieder unten, ging es für mich mit dem Boot in das Stadtviertel Siam. Dort habe ich das Jim-Thompson Museum besucht und habe was im MBK Center gegessen. Dann ging es auch schon wieder für mich zurück, denn um 18.00 Uhr habe ich mich mir meiner Gruppe getroffen. Übrigens:
Jim Thompson war ein Amerikaner, der nach Thailand kam und sich in die Menschen und das Land verliebt hat. Zusätzlich wurde er durch sein Haus, mit bester thailändischer Architektur, und seine Kreativität, die thailändische Seide weltberühmt zu machen, bekannt. Leider ist er eines Tages von einem Ausflug in die Cameron Highlands (Malaysia) nie wieder zurückgekehrt.
Das MBK ist ein riesen Einkaufszentrum. Was ich ein bisschen krass finde ist, welches Bild Bangkok vermittelt: Bangkok ist wirklich schön, gerade durch seine vielen Tempel (Wat=Tempel) und Chinatown. Aber nie habe ich den Unterschied zwischen zwei Welten bis jetzt so gespürt. Da steht ein riesiges hochmodernes Hochhaus und direkt daneben eine kleine, heruntergekommene Hütte, wo eine mager aussehende Familie lebt. Und warum baut man direkt daneben noch ein XXL Einkaufszentrum, mit allem gefühlt alles was du auf der Welt kaufen kannst???? 

Jim – Thompson Haus

Wat Traimit

Wat Saket

 Bootstour

Die Bilder sind mal wieder nicht sortiert, ich hoffe ihr findet es trotzdem zusammen:)

There comes a point in your life when you need to stop reading other people´s books and write your own

Meine letzten Tage hier in Nepal sind schnell vergangen. Nach unserem letzten Trip hatten die Kinder nochmal Ferien, denn letzten Sonntag, den 14.Mai fanden hier in Nepal Wahlen statt. Deshalb hat die nepalesische Regierung beschlossen, einfach mal für 10 Tage die Schulen zu schließen. Bei uns wäre so etwas unmöglich, aber so ist das eben in Nepal. Leider hat es in der Zeit oft geregnet oder es war brennend heiß, was die ganze Sache sehr anstrengend gemacht hat. Naja und dann ist für mich meine letzte Woche angebrochen. Ein Tag war ich in der Innenstadt Kathmandus unterwegs und habe Stellen und Tempel erkundet, die ich in meinem Leben noch nie gesehen habe. Aber mein Reiseführer hat mir so eine bestimmte Strecke vorgeschlagen und deshalb wollte ich die einfach mal noch laufen, wenn ich doch schon 4 Monate in Kathmandu gelebt habe. Auch wollte ich unbedingt noch in einen Garten namens Garden of Dreams. Eher wie ein Schlossgarten in Deutschland und so gar nicht nepallike, aber super zum Entspannen. Zusätzlich bin ich auch noch in den Genuss einer Rollerfahrt durch Kathmandu gekommen. Ich sage euch, dass ist vielleicht ein Gefühl. Der Staub bläst einem ins Gesicht, rechts und links rasen die anderen Fahrzeuge an dir vorbei und du musst schauen, dass du ganz bleibst. Dennoch verstehe ich den Hype vieler Nepalesen lieber mit dem Roller zu fahren, als einen Micro zu nehmen. (Wusstet ihr, dass es in Kathmandu sogar ein Parkhaus gibt? Ja 10 Rs.  die Stunde). Nochmal einen Wrap in der Mandala Street gegesssen, eine Brezel genossen und beim Naanmen (unsere Bezeichnung für ein Lokal hier) geschlemmt und schwups ist die Zeit vorbei. Heute Abend gehen wir allerdings noch Steinofenpizza essen. Mhmmm…..Heute ist leider auch der letzte wirkliche Tag mit meinen Kindern, denn morgen haben sie wieder Schule und dann kann ich ihnen gerade noch Gute Nacht sagen, bevor ich übermorgen in das Flugzeug nach Bangkok steige.

Ein paar Tempel auf dem Weg durch Kathmandu

 

Garden of Dreams

 

Ich weiß gar nicht wirklich was ich sagen soll. Manchmal sprüht es einfach nur Gedanken, die ich niederschreibe und manchmal bin ich einfach völlig ratlos. Gestern vor Monaten bin ich hier angekommen und wusste, dass wird meine neue Heimat für 4 Monate. Ich konnte es nicht wirklich glauben…Aber ich habe mich hier sofort richtig wohl gefühlt. Die ersten Tage waren enorm hart für mich, weil ich einfach noch mega Heimweh hatte, aber seitdem kein einziges Mal. Sagt das nicht alles über mein Leben hier? Klar, man hat seine Momente, wo man denkt, wie schön es wäre jetzt zuhause zu sein. Dennoch hatte ich nie den Gedanken, dass ich jetzt wirklich heim möchte. Ich denke oft über den Moment nach, wo meine Mama am Flughafen steht und mich abholt (und darauf freue ich mich sehr), aber dann weiß ich auch, dass meine ganze Reise vorbei ist und ich viel zu schnell wieder in meinem Alltagsstress drin bin.  Und gerade genieße ich mein Leben viel zu sehr, um zu wollen, dass schon alles vorbei ist. Dennoch weiß ich auch, dass das für mich kein Leben für eine deutlich längere Zeit wäre. Dazu rege ich mich viel zu oft über nepalesische Gedankengänge und Verhaltenweisen auf :D. Nepal ist dann eben doch nicht Deutschland mit Bürokratie und Pünktlichkeit und meiner geliebten Familie.

Für meine wunderschöne Zeit hier möchte ich zum einen unseren Kindern danken: Egal wie fertig und unmotiviert man war, ein Kinderlächeln und man war wieder völlig motiviert. Manchmal war ich so müde und wollte einfach nicht aufstehen, aber der Gedanke das ein Kind unten auf mich wartet und mit mir lernen möchte, hat mich schneller aus dem Bett aufspringen lassen, als man schauen könnte. Ich hätte nie gedacht, dass Kinder einem so viel schenken können. All die Anstrengungen und Mühen die du hast, werden 100fach belohnt. Egal ob FunPark, Ferien, Ostern oder ein einfacher Samstag, mit den Kindern ist bleibt alles unvergessen. Meine meiste Zeit hier brachte ich mit den allerkleinsten Kindern (4-6 Jahre). Ich habe mit ihnen jeden Morgen gesungen und abends spiele gespielt. Und sie sind einfach so süß, da geht einem das Herz auf. Klar ist es wirklich anstrengend, wenn das eine Kind schon zum fünften Mal in 10 Minuten weint und die anderen Kinder auch anfangen zu weinen. Aber wenn sie dich sehen und mit offenen Armen dir entgegen springen und „Nina Aunty“! rufen, kannst du dich nur freuen. Oder die ganze Briefe, die du ständig bekommst. Unsere Kinder machen mich jeden einzelnen Tag unglaublich Stolz und mir bricht es fast das Herz, sie alle zurückzulassen.

 

Zum anderen möchte ich den anderen Volunteers danken: DANKE FÜR ALLES!

In kürzester Zeit hatten wir so eine enge Gemeinschaft. Völlig unterschiedlich, aber unzertrennlich. Ich habe hier Menschen kennengelernt, die ich so nie in Deutschland kennengelernt hätte und in meinem Leben nicht mehr missen möchte. Am Anfang dachte ich, wie es wohl wird 24/7 unter einem Dach zu wohnen. Als ich dann eine Nacht ein Einzelzimmer hatte, wollte ich nur, dass alle wiederkommen. Auch als der große Schub im April ging, war es plötzlich richtig „leer“. Mittlerweile sind alle wieder von ihren Reisen zurück. Danke für jedes intensive und noch so peinliche Gespräch, danke für jede lange unvergessliche Nacht, danke für jeden Tee/Milk Tea Abend! Danke!

 

Die Zeit hier in Nepal hat mir unglaublich viel gegeben. Hier hatte ich zum ersten Mal seit meinem Abi das Gefühl frei zu sein. Ich war fern jedem Stress und aller Probleme. In dieser Zeit habe ich unglaublich viel über mich selbst und andere gelernt. Richtig schön philosophisch halt :D. An dieser Stelle auch nochmal ein riesiges Dankeschön an meine Familie. Ohne euch wäre ich nicht hier und ich danke euch für den Mut und die Kraft, die ihr mir gegeben habt.

Lange Rede, kurzer Sinn: Danke Nepal, dass ich deine Luft atmen durfte. Danke Kinder, für eure bedingungslose Liebe und dass ich Zeit mit euch verbringen durfte. Danke Volunteers, dass ich eine von euch sein durfte. #secondfamily

„There comes a point in your life when you need to stop reading other people´s books and write your own” – Albert Einstein

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Einmal quer durch Nepal

Ahh hier bin ich wieder! Lange Zeit ist vergangen, seit meinem letzten Eintrag, aber es gibt gerade einfach auch nicht mehr so viel zu erzählen. Die Ferien haben wir noch gut herumgebracht, auch wenn es gegen Ende sehr traurig war, denn wir mussten einen großen Volunteerverlust hinnehmen. Von um die 16 Freiwilligen waren plötzlich nur noch 9 da, viele davon auch auf Reisen. Es war irgendwie so eine komische Situation und ich stand irgendwie neben mir. Bei so vielen Freiwilligen hat jeder den ein oder anderen mit dem man besser oder eben weniger gut klar kommt. Doch alles in einem waren und sind wir immer noch: Eine große Familie. Über mehrere Monate haben wir 24/7 zusammengelebt, die ähnlichen Probleme geteilt und es war einfach immer einer für einen da. Ganz besonders schwer ist es mir gefallen, da die Mädchen die uns empfangen haben und mir einen so guten Start bereitet  haben, auch gegangen sind. Plötzlich waren Jule und ich die „Alten“. Da ist es mir auch schlagartig bewusst geworden: Ob du eine gute Zeit hast oder nicht, kommt darauf an, mit wem du diese Zeit verbringst. Ich habe mich einfach immer pudelwohl gefühlt. Auch wenn ich manche erst 2 Monate kannte, fühlte es sich doch so an, als würde ich sie mein ganzes Leben schon kennen. Jetzt da so viele weg sind, merkt man deutlich, wie „leer“ es plötzlich ist. Aber ich glaube, es liegt nicht nur daran, weil so viele gegangen sind, dass es irgendwie komisch war, sondern auch, dass ich zu dem Zeitpunkt wusste, dass ich in einem Monat fliege. Wo ich jetzt gerade diesen Blog schreibe, sitze ich in 2 Wochen sogar schon im Flugzeug nach Bangkok. Darauf komme ich irgendwie auch nicht ganz so klar. Sollen diese 4 Monate etwa schon vorbei sein? Jetzt kommt auch bei mir langsam der Punkt, an dem ich etwas nervös vor meiner Weiterreise werde. Wie wird es sein? Aber ich denke auch, dass es jedem so gehen würde und auch, dass es mega schön wird: Ein absoluter Traum.

Jetzt aber erst einmal zurück zu meinem Ausflug:

Am Dienstag, den 25.04.2017 haben Jule und ich uns auf den Weg nach Nagarkot gemacht. Nagarkot ist ein kleines Dorf östlich von Kathmandu gelegen mit einer wunderschönen Himalaya Sicht. Leider erkrankte sowohl Jule als auch ich an Magen-Darm (und die Himalaya Sicht war dank des Wetters auch nicht die beste) und wir haben beschlossen wieder nach Kathmandu zurück zu fahren und uns vollkommen zu erholen, um die Weiterreise antreten zu können. Unser eigentlicher Plan war von dort nach Sallebash, ein weiteres Dorf, zu fahren, dort zwei Nächte zu schlafen und dann erst wieder nach Kathmandu zurück zu fahren.

Am Samstag, den 29.04.2017 ging es dann für Nico, Jule und mich (immer noch von Magen-Darm heimgesucht) nach Pokhara. Ursprünglich wollten wir Pokhara ja schon im Februar machen, aber meine Fußverletzung kam ja dazwischen. Völlig geschafft kamen wir dann nach einer 8 Stunden Busfahrt (bei ca. 200km!!) an. Nach einer kurzen Problematik hatten wir dann ein Zimmer für 3 Nächte im Oju Guest House. Am nächsten Tag haben wir erst einmal gemütlich ausgeschlafen, um danach das einzige wirklich bekannte an Pokhara anzuschauen: Die World Peace Pagoda. Sieht ein bisschen aus wie eine Stupa und ist hoch auf einem Berg gelegen, wovon man eine super Aussicht auf Pokhara hat. Hoch sind wir mit dem Taxi gefahren (wir faulen KinderJ), aber runter gelaufen. Am Ende musste man dann noch über den See zur anderen Uferseite schippern. Dieser Arbeit hat erschreckenderweise ein Kind für uns übernommen. Leider hatten wir auch keine andere Wahl, aber es ist schon immer noch krass, obwohl es vielen Kindern so geht, wie viele Kinder in Nepal eigentlich nicht zur Schule gehen dürfen. Am liebsten hätten wir ihn eingepackt und mit nach Kathmandu genommen. Unser nächster Tag startete früh am morgen, um nach Sarangkot hochzufahren, um den Sonnenaufgang zu betrachten. Auch wenn es sehr bewölkt war, war es dennoch wunderschön das Bergpanorama zu sehen. Unser eigentlicher Plan war dann danach wieder herunter zu paraglyden. Das Wetter hat dem ganzen einen Strich durch die Rechnung gemacht, indem es geregnet hat. Also saßen wir da oben, haben darauf gewartet, dass es besser wird und wir paraglyden können. Nach einem ewigen hin und her (wie es in Nepal üblich ist) sind wir dann letzten Endes mit ein bisschen Sonne um ca. 13 Uhr den Berg wieder heruntergegleitet. Und ich sage euch: Noch nie habe ich mich in meinem Leben so frei gefühlt wie da oben, hoch in der Luft, beim Paraglyden. Nach 15 Minuten war dann die ganze Sache auch schon wieder vorbei und wir sind wieder gelandet. Zurück in Pokhara haben wir uns ein Boot gemietet, um den restlichen Tag auf dem See zu verbringen. Wir hatten einen atemberaubenden Blick auf die Berge, es war schön warm und wir haben unsere Bootstour inklusive Baden sehr genossen. Einfach wie im Urlaub.

Phewa Lake Pokhara

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World Peace Pagoda

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Sarangkot

Am nächsten Tag (2.Mai) sind wir nach Lumbini aufgebrochen. Das einzige besondere an Lumbini ist, dass es der Geburtsort Buddhas ist. Nach einer langen Busfahrt haben wir den Tempel angeschaut und den restlichen Tag genossen.

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Am nächsten Morgen ging es dann auch schon wieder weiter in den Chitwan Nationalpark. Dort haben wir uns für 3 Nächte eine supergemütliche Evergreen Eco-Lodge gebucht. Jule und ich haben in so einem alten Bus geschlafen, dazu gab es noch kleine Hütten und eine wunderschöne Dusche J Nach Nacht Nummer 1 haben wir uns ein Fahrrad gemietet und sind ein wenig herumgefahren. Wir waren in dem Fluss mit Krokodilen baden (keine Sorge Mama, alles war im Lot, Nepalesen  und Elefanten haben da auch gebadet und Krokodile haben Angst vor Elefanten). An dieser Stelle findet morgens zwischen 10 und 12 Uhr Elefantenbaden statt. Aber mit Elefanten und Nepal ist das so eine Sache: Es gibt private Elefanten, die für das Elefantenbaden und die Elefantensafari zuständig sind und die Elefanten der Regierung, die nur dafür da sind, den Tierbestand im Chitwan zu zählen. Man sagt, dass mit den privaten Elefanten grausig umgegangen wird, wodurch wir uns gegen das Elefantenbaden entschieden haben. Es gibt eine Elephant Breeding and Training Center im Chitwan, wo die Elefanten der Regierung leben. Dieses haben wir auch noch am selben Tag angeschaut. Ich bin mir zwar sicher, dass die Elefanten da auch nicht das beste Leben haben, es ihnen aber dennoch viel besser geht. Am letzten Tag ging es für uns früh morgens zum Junglewalk los. Eine Kanutour im dem Fluss, indem wir am Vortag gebadet haben, und ein langer Fußmarsch später, haben wir Nashörner, Elefanten, Hühner, Affen, Krokodile, Rehe  und ganz viele verschiedene Vögel gesehen. Den Tiger haben wir leider nicht gesehen, worauf ich aber definitiv verzichten kann, denn ich hatte schon Angst genug bei 3m entfernten Nashörnern, dass ich jetzt gleich wegrennen muss. Rennen mussten wir, als ein Krokodil auf uns zukam. Und wer ist hingeflogen: Richtig à Ich! Aber außer, dass ich dreckig ohne Ende war, war es nicht weiter schlimm.

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Am nächsten Tag mussten wir dann auch schon leider wieder die Heimreise antreten. Ich habe mich gefreut, dass ich jetzt genügend Zeit habe, meine Sachen auszupacken und zu waschen, doch Pustekuchen: Weil in einer Woche hier Wahlen sind, hat das Land beschlossen, dass nationale Feiertage einberufen werden. So sind jetzt 10 Tage Ferien. Doch ich freue mich riesig auf die Zeit mit den Kindern, denn bald bin ich ja nicht mehr da.

Ps.: Kleines Kinderupdate: In den letzten Wochen haben wir 30 neue Kinder bekommen. Die ganze Sache nimmt echt Ausmaße an, jetzt passen wir bald nicht mehr alle in einen Essensraum.